Gründung des Nationalparks Böhmische Schweiz

Der Nationalpark Böhmische Schweiz (Národní park České Švýcarsko) ist Bestandteil des Elbsandsteingebirges auf tschechischen Territorium (ChKO Labské Pískovce). Der Nationalpark wurde am 1. Januar 2000 gegründet. Der Nationalpark Böhmische Schweiz schützt die Felsregionen um das Prebischtor bis nach Dittersbach (Jetrichovice), den imposanten Vulkankegel Rosenberg, die tiefen Klammen des Flüsschen Kamnitz und das Khaatal.

2000


Gründung des Nationalparks Sächsische Schweiz

Im September 1990 wurde noch vor der deutschen Wiedervereinigung der Beschluss zur Schaffung eines Nationalparks Sächsische Schweiz gefasst. Zeitgleich mit der Wiedervereinigung wurde am 1. Oktober 1990 der erste Nationalpark in Sachsen gegründet. Die 93 km² große Fläche umfasst die zwei räumlich getrennte Gebiete. Der kleinere Teil umfasst das Gebiet der Bastei mit Polenztal, Brand und Uttewalder Grund. Der größere Teil umfasst die gesamte Hintere Sächsische Schweiz zwischen der Elbe und der Staatsgrenze zu Tschechien mit den Schrammsteinen, dem Großen Winterberg, Großen Zschand und Kirnitzschtal.

1990

Landschaftsschutz in Nordböhmen

Im Jahr 1972 wurde in Nordböhmen das Landschaftsschutzgebiet "Chráněná krajinná oblast Labské pískovce" (Landschaftsschutzgebiet Elbsandsteine) mit einer Fläche von 324 km² zu einer Schutzzone erklärt.

1972

Landschaftsschutz in der DDR

Im Jahr 1956 wurde die Sächsische Schweiz in den Rang eines Landschaftsschutzgebietes erhoben. Gemäß der Festlegungen im Landeskulturgesetz durfte im LSG der Charakter der Landschaft (speziell in den bereits ausgewiesenen Naturschutzgebieten) nicht verändert werden. Die Erhohlungsfunktion für die Menschen musste durch entsprechende Bewirtschaftung der Wälder und durch Steuerung der Bebauung gewahrt bleiben. Das so zu schützende Gebiet umfasste eine Fläche von 287,5 km². Speziell ausgewiesene Naturschutzgebiete (z.B. Basteigebiet, Zschand, Kirnitzschklamm, Polenztal,...) wurden teilweise bereits in den 30'er Jahren gegründet. Hier lag noch ein höherer Focus auf Artenschutz von Flora und Fauna.

1956


1945/46 - Umsiedlung und Neubeginn

Der 2. Weltkrieg wurde zur Apokalypse für Nordböhmen. Nach der Besetzung durch die Rote Armee wurde den Sudetendeutschen die Staatszugehörigkeit aberkannt und es begann eine vollständige Vertreibung der deutschsprachigen Bevölkerung. Der Tourismus kam für lange Zeit zum Erliegen.
Erst der in Helsinki begonnene Entspannungs- und Abrüstungsprozess und schließlich die politische Wende in den 90'er Jahren brachte eine deutliche Neubelebung der böhmischen Region und damit des Tourismus.

Das Land Sachsen lag in der sowjetischen Besatzungszone. Hier verlief die touristische Entwicklung deutlich positiver. Zahlreiche Hotels für die Gewerkschaftsmitglieder und auch Privatvermieter betreuten die zahlreichen Touristen aus der ganzen Republik.
Die "Bergsteigerei" erlangte eine neue Blüte - viele Naturfreunde fanden hier einen Ausgleich zum beschwerlichen Alltag.

1945/46


Nordböhmen als Teil der Tschechoslowakei

Die Böhmische Schweiz bildete Anfang des 20. Jahrhunderts gemeinsam mit der Sächsischen Schweiz eine Tourismusregion. Auf dem Fremdenweg (heute teilweise Malerweg) gelangte man von Dresden bis zum Prebischtor. Die Kirnitzschtalbahn sollte bis zum böhmischen Hinterdittersbach (heute nur noch Mauerreste) verlängert werden.
Nach dem 1. Weltkrieg und damit auch dem Zusammenbruch der Österreich Ungarischen Monarchie, sollte Europa neu geordnet werden.
Es kam zur Gründung der Tschechoslowakischen Republik. Da viele Sudetendeutsche sich sich einer Eingliederung verweigerten, besetzte tschechisches Militär 1918 die sudetendeutschen Gebiete noch vor der Pariser Friedenskonferenz. Die Konferenz fand 1919 statt, wo Sudetenland dann entgültig der Tschechoslowakei zugesprochen wurde. Da der deutschsprachigen Bevölkerung keine regionale Autonomie zugesprochen wurde, gab es dauerhaft politische Zerwürfnisse mit der Prager Regierung, die dann leider 1933 zur Gründung der extrem rechtsgerichteten SdP führten. Diese bedauerliche Entwicklung führte schließlich 1938 zum Anschluss an das deutsche Reich.

20. Jahrhundert


Tourismus in der Sächsisch-Böhmischen Schweiz

Die Tourismus in der Sächsisch-Böhmischen Schweiz begann in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die schweizerischen Maler Adrian Zingg und Anton Graff entdeckten die Schönheit und das Bizarre in dieser abgelegenen und urwaldähnlichen Region. Sie waren an der Akkademie beim sächsischen Hof und unternahmen von Dresden Ausflüge entlang der Elbe in Orte zwischen Pirna und Herrnskretschen (Hřensko). Die Landschaft im Elbsandsteingebirge errinerte sie an die Umgebung in ihrer Heimat, sie benannten sie also Sächsische und Böhmische Schweiz. Mitte des 19. Jahrhunderts war es aber noch das wohlhabende Bürgertum, welches sich erste Ausflüge in die grandiose Felswelt leisten konnte. In dieser Zeit entstand die Bahnverbindung und eine Passagierschiff-Verbindung von Dresden nach Tetschen (Dezin). In dieser Zeit entstanden beidseits der Grenzen Klettervereine, welche sportlich die Bergwelt für sich eroberten.

19. Jahrhundert


Die Habsburger Zeit

Ab 1526 war Nordböhmen bis zum Ende des 1. Weltkrieges Bestandteil des Habsburger Reiches. In diesen Jahrhunderten profitierte die nordböhmische Region vom Machtradius der Weltmacht Österreich-Ungarn. Es gab deutliche Entwicklungsschübe bei Handwerk, Landwirtschaft, Kunst und Kultur und natürlich in der Verwaltung. Natürlich litt die Region auch unter dem Einfluss des 30-jährigen Krieges und nach 1805 unter der Eroberung durch Napoleon. Wie in vielen mehrsprachigen Siedlungsräumen gab es auch in Nordböhmen ein wechselhaft gutes Zusammenleben der deutschen und tschechischen Einwohner. Die Tschechen litten unter der Übermacht der deutschsprachigen Habsburger und die Deutschen unter dem antimonarchistischen Kurs der Tschechen, welche möglichst eine eigene Republik gründen wollten.

16. Jahrhundert


Raubrittertum im Mittelalter

Im Mittelalter führten einige Handelswege von Dresden und der Oberlausitz durch die Böhmische Schweiz nach Böhmen. Durch Verarmung und Streitigkeiten beim böhmischen Adel kam es in dieser Zeit häufig zu Raubzügen und Überfällen. Die zum Schutz der Handelswege errichteten Burganlagen wurden zeitweise zu Raubritterburgen. Erst das konsequente Eingreifen der Wettiner und des Sechstädtebundes konnte die Region dauerhaft befrieden.

13. Jahrhundert


Besiedelung durch Deutsche

Zu einer deutlichen Veränderung kam es erst zur Wende des 13. zum 14. Jahrhunderts. Die hiesige Gegend wurde auf Einladung der böhmischen Landesfürsten hin von Siedlern aus dem heutigen Gebiet Deutschlands besiedelt. Sie gründeten Dörfer, Felsenfestungen und Gemeinden, die sich durch intensiven Holzeinschlag und Holztrift und -flößerei auszeichneten. An geeigneten Stellen entstanden Wassermühlen und Sägen und es entwickelten sich weitere Handwerke, wie das Teer-, Kohl- und Glashandwerk. An diese Zeit erinnern zahlreiche Funde von Karamikscherben, Werkzeugen, Ofen- und Meilerresten oder von mittelalterlichen Glasstücken.

6. Jahrhundert

Besiedelung durch Slawen

Während der Völkerwanderung kam es zu einer zunehmenden Besiedlung durch Slawen. Die germanischen Markomannen und Slawen lebten größtenteils friedlich im gleichen Siedlungsgebiet.

1. Jahrhundert

11.- 9. Jh. v. Chr.


Bronzezeit

Im Ergebnis einer Auswertung von Luftbildern wurden im computertechnisch erzeugten Bodenmodell vom Pfaffenstein frühzeitliche Spuren von Zivilisation entdeckt. Man konnte die Rückstände einer bronzezeitlichen Wallanlage zweifelsfrei visualisieren. (Quelle: Institut für Photogrammetrie und Fernerkundung, Technische Universität Dresden)